100 Tage Jugendarbeit Muttenz

Aktualisiert: 29. Nov.



Dieser Bericht wird zusammenfassen, welche Erfahrungen bereits gemacht wurden und welche Punkte zu beachten sind. Ganz im Sinne einer lösungsorientierten Betrachtungsweise ist es wichtig,das Gute hervorzuheben, aber auchMängel aufzuzeigen und für diese jeweils konkrete Änderungsvorschläge zu präsentieren.Wir freuenuns, ab Oktober als Team zu starten, damit wir der Jugendarbeit Muttenz neue Gesichter geben können.


Beziehungsarbeit und Kontakt mit Jugendlichen:

Es konnten bereits viele Kontakte mit Kindern und Jugendlichen aufgebaut werden. Während den Trefföffnungszeiten oder sportlichen Aktivtäten auf dem Pausenplatz des Schulhaus Breite konnten viele Kinder und Jugendliche erreicht werden. Gemäss Statistik gibt es aktuell ca. 25-32 Stammgäste, die regelmässig das Jugendhaus besuchen. Das ist insofern ein Erfolg, als dass die Jugendarbeit noch keine neue Werbung in Schulklassen gemacht hat. Die Kinder und Jugendlichen halten sich gerne in der FABRIK auf und nutzen die Angebote. In Zukunft sollen noch mehr Angebote draussen stattfinden können und die FABRIK als Ausgangsort dienen. Wichtig ist der regelmässige Kontakt zur Klientel.


Interimsteam:

Das Interimsteam hat wertvolle Arbeit geleistet und wird noch zu kleinen Teilen bis Ende September im Einsatz sein, bis das Team der Jugendarbeit mit 3 Festangestellten und einer Praktikumsstelle komplett ist. Dank einer Übergangslösung konnte der Treffbetrieb erhalten werden. Jeweils am Mittwoch und am Freitag sind aus einem Pool von 5 Personen jeweils zwei davon vor Ort gewesen und haben den Treff geleitet. Ein grosser Vorteil dabei war es, dass diese Personen aus Muttenz bereits bekannt waren (Jugendarbeit reformierte Kirche, Schule oder Robinson Spielplatz). Und natürlich eine ehemalige Mitarbeiterin der Jugendarbeit, was die Kontinuität der oben erwähnten Beziehungsarbeit gewährleistet hatte. Das Interimsteam wird am 18. November 2022 mit einem Anlass in der FABRIK gebührend verabschiedet. Mit einem Essen und ein paar Präsenten soll die Arbeit wertgeschätzt werden. Gemäss Rückmeldungen, hatte das Interimsteam grossen Spass die Arbeit in der FABRIK zu machen und der Kontakt mit den Kindern und Jugendlichen wurde sehr geschätzt. Auch waren die Jugendlichen im regen Austausch mit diesen Personen. Auch an dieser Stelle noch einmal ein herzliches Dankeschön an alle Beteiligten: Barbara Meyer, Tania Palladino, Nanu Meyer, Jürgen Bootsmann, Tobias Meier, Christoph Erne, Thomas Schaub und dem Gemeinderat für die Zustimmung für diese Übergangslösung.

Treffzeiten:

Die Treffzeiten wurden in den letzten 3 Monaten reduziert geführt. Die wichtigen Tage Mittwoch und Freitag konnten weiterhin abgedeckt werden. Der Mittwochnachmittag ist vor allem für die jüngeren Besucher und Besucherinnen ein wichtiger Zeitpunkt, um sich an einem neutralen Ort mit gleichaltrigen zu treffen. Alle Kinder und Jugendlichen haben am Mittwoch keine Schule und können so glücklicherweise über ihre Freizeit bestimmen. Diese Nachmittage waren gut besucht und es herrschte reges Treiben in der FABRIK.


Der Freitag wird dabei am Nachmittag wieder eher von den Jüngeren frequentiert und am Abend kommen dann auch ältere Jugendliche in der FABRIK vorbei. Hier gilt es in Zukunft darauf zu achten, dass allenfalls für verschiedene Alters- oder Interessensgruppen Angebote gemacht werden können, die den Bedürfnissen entsprechen. Beispiel Freitag: Treff am Nachmittag bis ca. 17:00 Uhr für die jüngeren. Dann eine Stunde Schliessung und von 18:00 Uhr – 21:00 Uhr nochmals für die älteren offen. Dies aber nur als Idee, welche mit dem neuen Team besprochen wird.


Sommerferien:

Die Öffnungszeiten, während der ersten und letzten Ferienwoche, waren leider ein Reinfall. Ohne konkretes Angebot, wie eine Ferienwoche oder ein Lager, kamen die Kindern und Jugendlichen nicht in den Treff. Das konnte verschiedene Gründe haben. Zum einen waren viele lieber in der Badi bei den warmen Temperaturen oder wieder andere waren in den Ferien weg. Die Zeit während der Sommerferien konnte aber genutzt werden, um in der FABRIK aufzuräumen, zu entsorgen und zu putzen. Das ist jeweils ein guter Zeitpunkt, um das alte Jahr abzuschliessen und die neue Saison zu beginnen und planen. In Zukunft wollen wir diese Zeit nutzen um konkrete Angebote (ähnliche wie der Robinson Spielplatz oder die ref. Jugendarbeit) zu machen. Wir stellen uns dabei ein Lager, eine Sportwoche, Turniere oder anderes vor. So können Kinder und Jugendliche konkret abgeholt werden und es ist klar, mit wie vielen Teilnehmerinnen und Teilnehmern zu rechnen ist. Ebenfalls wird es Zeitfenster geben, um mit dem Team die Jahresplanung zu machen an einer Retraite. Im Sommer sind viele Vernetzungspartnerinnen ebenfalls in den Ferien, weshalb ein reduzierter Betrieb durchaus Sinn macht.


Entsorgung:

Zum Ende der Sommerferien wurde eine Mulde bestellt und die gesamte FABRIK entrümpelt. Es gab viele Gegenstände die kaputt waren, nicht mehr einsatzfähig oder vor sich hin verstaubten, die der Entsorgung zugeführt werden mussten. So entstand Platz für neues. Vor allem in der Werkstatt gab es Luft, damit auch in Zukunft neue Projekte gestaltet werden können. In der Regel werden für neue Projekte jeweils die Materialien budgetiert und neu gekauft oder so geplant, dass ressourcenschonend vorhandenes genutzt wird. Dies ist aber nur möglich, solange die Materialien noch in gutem Zustand sind.


Büro Team:

Das Büro für das Team der Jugendarbeit wurde vorübergehend neu eingerichtet. Dies wird mit dem kompletten Team im Oktober abgeschlossen werden. Es sollen vier freie Arbeitsplätze eingerichtet werden, dass das gesamte Team dort arbeiten kann. Das ehemalige Büro des Leiters wurde aufgelöst. Allenfalls gibt es noch ein paar Änderungen was das Mobiliar betrifft, damit die Büroarbeit für alle ergonomisch und angenehm erledigt werden kann.

Mobile Jugendarbeit (MJA):

Bisher konnten einige Rundgänge als Mobile Jugendarbeit gemacht werden. In erster Linie ging es darum, das Dorf und die Aufenthaltspunkte zu erkunden. Dies im Sinne einer Sozialraumbegehung. Ebenfalls waren wir bereits mehrmals mit dem Cargo-Velo der MJA unterwegs auch während den Sommerferien.


Der Instagramm-Account der MJA wurde gelöscht und mit dem allgemeinen Account für die FABRIK als Jugendarbeit Muttenz zusammengeführt. Da in Zukunft ein allgemeines Konzept für die Jugendarbeit Muttenz entstehen soll in dem die beiden Angebote FABRIK und MJA integriert sind, kann die Kommunikation ebenfalls so erfolgen. Weil die gleichen Personen in beiden Bereichen tätig sind und dies auch in den Stellenprofilen verankert ist, braucht es keine extra Kommunikation nach aussen. In der Vergangenheit hat dies Sinn gemacht, da die "Streetwork" jeweils separat angestellt wurde und auch so unterwegs war.


Im Sinne der MJA kam es zur Mitarbeit im "Gartenstrasse-Projekt". Hier gab es für den Schulsozialarbeiter Julian Terzetti vergütete Stunden über das Budget der Jugendarbeit sowie eine Beteiligung der Jugendarbeit. Weiter dazu im nächsten Punkt.

Projekte

"Gartenstrasse":

Für eine Intervention in einer Wohnsiedlung in der Gartenstrasse kam es zur Zusammenarbeit zwischen der Schulsozialarbeit (Julian Terzetti), einer Person aus der Abteilung Asyl (Zeki Ramadan) und der Jugendarbeit. Auf Grund von verschiedenen Vorfällen in der Nachbarschaft und Einsätzen der Polizei vor Ort wurde Julian Terzetti angefragt, ob er hier eine Intervention planen kann. Dies war möglich über das Budget der mobilen Jugendarbeit und weil die Jugendarbeit selbst noch nicht vollzählig war. Es gab zwei Besuche der drei Personen vor Ort, um die Bedürfnisse der Kinder abzuholen und einen Überblick über die Situation zu verschaffen. Als ersten Abschluss gab es am Mittwoch 7. September 2022 eine Aktion in der FABRIK, wo die Kinder und Jugendlichen in Begleitung kochen und backen konnten. Die so entstandenen Speisen wurden anschliessend an einem Buffet im Wohnquartier präsentiert. Ein kleiner Abschlussbericht wurde von Julian Terzetti verfasst. Für die weitere Bearbeitung könnten Studierende der FHNW Soziale Arbeit gewonnen werden. Aus Sicht der Projektgruppe hat sich die Situation entschärft. Sie wird aber weiter beobachtet und in Zukunft werden Touren der mobilen Jugendarbeit sporadisch dort vorbeiführen.


Angebot für Flüchtende:

Auf Initiative einer Mitarbeiterin der FHNW Soziale Arbeit soll ein niederschwelliges Angebot für Flüchtende in Muttenz entstehen. Ein erster Austausch dazu hat stattgefunden mit Mitarbeiter*innen aus dem Bereich Asylwesen und der Jugendarbeit Muttenz. Ziel ist es, dass Flüchtende, explizit nicht nur Menschen aus der Ukraine, zusammen zu bringen über gemeinsames Machen. Was genau das Programm sein wird, wird in der Folge noch erarbeitet. Die Jugendarbeit kann vor allem Räumlichkeiten zur Verfügung stellen und wie es bereits dem Auftrag entspricht, offene Angebote und Veranstaltungen für Kinder und Jugendliche organisieren.


Umzug Webseite:

Die Webseite der FABRIK www.fabrik-muttenz.ch soll umziehen. Das heisst, dass der Wechsel zu einem neuen Hoster und einer neuen Plattform zur Bearbeitung passieren soll. Dies damit die Seite ansprechender gestaltet werden kann und die Inhalte einfacher verändert werden können. Als Aushängeschild der Jugendarbeit soll diese stets aktuell sein und alle Informationen möglichst schnell auffindbar sein. Ausserdem gibt es die Möglichkeit der Integration von neuen Tools wie Raumreservierung, Abwicklung von Zahlungen und weiteres. Dies wird in einem kleinen Projekt inkl. Evaluation durch die Jugendarbeit in Absprache mit der Abteilung Kommunikation umgesetzt.


Pilotprojekt Office365/MS TEAMS:

In Absprache mit der Gesamtverantwortung Informatik, Beat Kessler, wird die Jugendarbeit Muttenz als Pilotprojekt die Produkte von Microsoft Office365 eingehende testen. Vor allem MS Team soll dabei auf Herz und Nieren geprüft werden. So kann im Kleinen getestet werden, welche Funktionen dieser Tools skalierbar für die Gemeindeverwaltung nutzbar wären. So kann die Jugendarbeit sehr gut digital zusammenarbeiten und einen Beitrag leisten für den Weg in die digitale Zukunft.


MUFFEL – Muttenz Festival:

Ein Festival für Muttenz. Die Idee für ein kleines alternatives Festival ist bereits mit mehreren Akteuren und Akteurinnen besprochen worden. Dabei sollen vor allem Menschen aus dem Bereich der offenen Kinder und Jugenarbeit einen Beitrag leisten aber vor allem die Jugendkultur in und um Muttenz herum eine Plattform erhalten. Die konkrete Umsetzung ist noch nicht spruchreif. Jedoch werden bereits erst Gedanken und Ideen dazu gesammelt. Zum Ganzen wird es ein Konzept geben inkl. Budget. Zu einem späteren Zeitpunkt soll dieses vorgestellt werden.

Vernetzung

OJA (Offene Jugendarbeit) Muttenz:

Es fand bereits ein Treffen aller Akteur*innen der offenen Kinder und Jugendarbeit statt. Dieser Austausch dient dem Vernetzen und den kurzen Wegen für Informationen. Die Broschüre für die Angebote der Institutionen soll überarbeitet werden und in neuem Gewand erscheinen.


FHNW Soziale Arbeit:

Mit der FHNW kam es bereits in den Projekten "Gartenstrasse" und "Angebot für Geflüchtete" zur Zusammenarbeit. Ebenfalls ist ein reger Austausch vorhanden, weil das Ausbildungskonzept der Jugendarbeit Muttenz erneuert werden musste. Siehe dazu weiter unten unter dem Punkt "Konzepte".


Verein OKJA Baselland (Offene Kinder- und Jugendarbeit):

Verschiedene Veranstaltungen der OKJA Baselland wurden über die Kanäle der Jugendarbeit Muttenz beworben. Ebenfalls konnte Roger Gafner an zwei Austauschsitzungen teilnehmen.


KIT Forum Baselland:

Die Teilnahme an diesem Austauschgefäss ist sehr wichtig für die Jugendarbeit Muttenz. Hier treffen sich viele Menschen aus Institutionen, welche mit der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen im Kanton betraut sind. Hier konnten weitere Kontakte zu Personen geknüpft werden. In diesem Fall mit René Schaub vom Jugenddienst der Kantonspolizei, welcher für die Gemeinde Muttenz zuständig ist.

Schulen Muttenz:

Ein erster Austausch mit der Schulleitung der Primarschule hat stattgefunden. In Zukunft werden die Gefässe der Primarschule genutzt, um unsere Angebote bekannt zu machen aber auch um unsere Dienstleistungen anzubieten. Sobald das Team komplett ist, werden wir uns am Lehrpersonenkonvent vorstellen und die Lehrpersonen einladen, damit wir die Jugendarbeit in den Klassen vorstellen können. Dies wird bewusst erst gemacht, wenn das Team komplett ist. So erhalten die Lehrpersonen die Informationen aus einem Guss und nicht zerstückelt.

Konzepte

Ausbildungskonzept:

Dieses Konzept wird alle 5 Jahre überprüft, damit die Anerkennung als Praxisorganisation noch gültig ist. Das Konzept wurde zur Bestätigung an die FHNW gesandt und wird ab Herbst zum Einsatz kommen.


Geschäftsordnung:

Aktuell gibt es verschiedene Formate für das Jugend- und Kulturhaus FABRIK sowie für die Mobile Jugendarbeit. In einem nächsten Schritt sollen diese stringent zu einem Konzept für die offene Kinder und Jugendarbeit Muttenz zusammengeführt werden. Dies weil sich seit dem Jahr 2006 einiges in der offenen Kinder- und Jugendarbeit geändert hat sowie sich auch die Arbeit in der Gemeinde gewandelt hat. So können wir ein Konzept gestalten, welches für die Zukunft funktioniert und in das neue Gegebenheiten einfliessen können. Ausserdem sind dann die Rahmenbedingungen wieder auf den neusten Stand gebracht.

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